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Zu Gast in Weilburg: Ekel Alfred - Ein Herz und eine Seele

Ein Herz und eine Seele

Ekel Alfred ist Kult. Im Januar 1973 flimmerte die erste Folge der Serie „Ein Herz und eine Seele“ von Wolfgang Menge, erstmals über die Bildschirme. Einige Episoden dieser schräge Familie mit ihrem chronisch schlecht gelaunten Oberhaupt „Alfred“, zeigt die Theatergemeinde Weilburg in einer Inszenierung des Westfälischen Landestheaters, am Donnerstag (Weiberfastnacht) den 11. Februar um 20.00 Uhr in der Weilburg Stadthalle.

Die Serie hat in den siebziger Jahren innerhalb kürzester Zeit Fernsehgeschichte geschrieben und bis heute nichts von ihrer Popularität eingebüßt. Und jetzt betritt Ekel Alfred endlich auch die Theaterbühne. Gegen ihn ist wirklich kein Kraut gewachsen. Mit seinen chauvinistischen, rassistischen und frauenfeindlichen Sprüchen treibt das dauernörgelnde Familienoberhaupt seine Familienangehörigen ununterbrochen an den Rand eines Nervenzusammenbruchs.
Wolfgang Menge überzeichnet die Bochumer Familie Tetzlaff, als Prototyp des deutschen Spießbürgertums, zwar hemmungslos und bleibt dennoch er so nah an der Realität, das sehr viel echter, unverfälschter deutsche Alltag übrig bleibt.
Seine „Gattin“ Else, seine Tochter Rita und sein Schwiegersohn Michael tragen ihren Teil dazu bei, das von Frieden in dieser Familie nie die Rede sein kann.
Das Westfälische Landestheater hat einige Folgen der Kultserie nach den Originaldrehbüchern produziert und zu keinem Zeitpunkt eine Neuinterpretation versucht. Die Nähe zum Original lässt die Erinnerung an Alfreds legendären Ansichten über seinen Ostzonen-Schwiegersohn, die „langhaarige bolschewistische Hyäne“, seine „dusselige Kuh“ Else, seine fehlgeleitete Tochter Rita und vor allem über die gesamte Nachbarschaft wieder lebendig werden. Die Gesamtsituation ist nach wie vor extrem gefährlich. Die „Sozis“ toben sich aus, der Stammtisch brummt und Hertha BSC Berlin – ach herrje.
Wenn Alfred dann den „Silvesterpunsch“ ansetzt und der Familie den Unterschied zwischen Punsch und Bowle klar macht, schafft er es beinahe spielerisch seiner Familie die Vorfreude auf den Abend zu vermiesen. Wenn das hochprozentige Heißgetränk dann zum Teil in Alfreds Magen – man muss ja schließlich abschmecken – dann auf dem Fußboden und schließlich Alfreds verbrühten Füße zur Kühlung in der Schüssel mit dem Kartoffelsalat landen ist der Silvesterabend perfekt
Man kennt zwar viele der bösartigen Pointe und die geschliffenen Wortgefechte, die so nur „Ekel-Alfred“ absondern kann, aber live auf der Bühne wirkt das sehr noch viel nachdrücklicher.
„Ein Herz und eine Seele“ - und Weiberfastnacht, besser kann man diesen Abend nicht beginnen.

Eintrittskarten zum Preis von 9,00 bis 20,00 € sind bei der Touristinformation im Weilburger Rathaus und an der Abendkasse erhältlich.

Beitrag: Theatergemeinde Weilburg e.V.
Foto: Volker Beushausen

Nachricht vom 5.2.10 00:05

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